Konzertbericht Motörizer – Schaubude 2017

Hart am Original: Sisters Of Kyuss & Motörizer
Zwei wegweisende Rockbands waren am Freitag Vorlage für einen schweißtreibenden Abend in der vollen Schaubude. Sisters Of Kyuss huldigten in beeindruckender Weise den kalifornischen Stoner-Rock-Begründern Kyuss, während Motörizer der britischen Legende Motörhead um Kult-Lemmy eine authentische Rock`n-Roll-Reminiszenz erwiesen.

Kurz den Staub aus den Hosen schlagen, draußen zweimal kräftig durchatmen, dann heißt es:

„We are Motörizer, and we play Rockn Roll!“

Nicht nur bei der Begrüßung, sondern während des gesamten Gigs zieht Bassist und Sänger Martin Simon sein heiser nuschelndes Lemmy-Ding durch, Rickenbacker-Bass und den Marshall Signature-Amp inbegriffen. Mit Gitarrist Peter Blackhead und Drummer Plug Larsson bildet er auch seit zehn Jahren die Band Corporate ID, man ist also bestens eingespielt.

Schwerpunkt sind alte Motörhead-Songs, fast das gesamte Live-Album „No Sleep Til Hammersmith“ von 1981 findet sich im Set wieder, Motörizer variieren das Tempo, stellen Midtempo-Kracher wie „Stay Clean“ oder „Iron Horse“ neben frontale Attacken wie „Motörhead“, „No Class“ („For all the girls, that dont like us“) oder den Off-Beat-Abräumer „(We Are The) Road Crew“.

Motörizer vermitteln authentisches Motörhead-Feeling, mit dem griffigen „Lost Woman Blues“ wird das letzte Album „Aftershock“ zitiert, das feuchte Bündnis zwischen Haut und Kleidung wird mit den markanten Double-Bass-Schlägen des Klassikers „Overkill“ final besiegelt.

Illusion gelungen.

Kai-Peter Boysen